Mit dem „Roten Kreuz“ gegen den Bolschewismus – wie Schweizer Ärzte der Wehrmacht halfen

Autorius: SputnikNews Šaltinis: https://de.sputniknews.com/pan... 2020-02-12 17:41:02, skaitė 384, komentavo 0

Mit dem „Roten Kreuz“ gegen den Bolschewismus – wie Schweizer Ärzte der Wehrmacht halfen

Mit dem „Roten Kreuz“ gegen den Bolschewismus – wie Schweizer Ärzte der Wehrmacht halfen

Auch die Schweizer Regierung konnte aufgrund der neutralitätspolitischen Verpflichtungen die Aktion nicht gewähren. Doch Bircher schaffte es, diese neutralitätspolitische Hürde zu umschiffen: er machte seine Absichten zu einer Mission des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Der Chirurg sei nämlich ein Mitglied der Leitung der humanitären Hilfsorganisation gewesen. Mit Frölicher zusammen bildeten sie ein Komitee für Hilfsaktionen, die eine „rein privater“ Natur sein sollte – so die NZZ. Finanzierung erhielt dieses Komitee durch die Spenden großer Schweizer Industriefirmen.

Am 15. Oktober brachen schließlich 31 Ärzte und 30 Krankenschwestern samt Hilfspersonal nach Berlin auf. Die insgesamt 80 Personen wurden mit einem offiziellen Empfang der Militärakademie geehrt. Auch in der Rede Birchers zeigten sich nun öffentliche Anzeichen der Begünstigung Deutschlands. Der beteiligte Chirurg Rudolf Bucher dokumentierte die Aussagen Birchers in seinem Bericht: „Zwischen Verrat und Menschlichkeit. Erlebnisse eines Schweizer Arztes an der deutsch-russischen Front 1941/42“.  An diesem Empfang bekundete sich Bircher freudig angesichts dessen, dass der junge Schweizer Mensch nun den „neuen Deutschen“ kennenlernen durfte.

Der erste Einsatz erfolgte in Smolensk.  Bezeichnet wurde dieser Einsatz von den deutschen Offizieren, als ein „Säuberungsgeplänkel“, da die Truppen bereits in den Westen zurückkehrten. Den Schweizer Medizinern wurde spätestens dann klar, dass es keine humanitäre und neutrale Aktion ist. Bircher bedankte sich nämlich mit folgendem Wortlaut beim deutschen General:

„Wir danken Ihrem Führer, dass wir, die Schweizer Ärztemission, teilnehmen dürfen am Kampfe gegen den Bolschewismus.“

Dies zeigte sich auch an der Selektion an der Front. Den Schweizer sei es nämlich verboten gewesen, russische Soldaten zu behandeln. Einzig das Leben deutscher Soldaten dürfe gerettet werden. Nicht einmal die russische Zivilbevölkerung durfte von den Ärzten betreut werden – dies wiederum stellte eine erhebliche Verletzung der Vorschriften des Internationalen Roten Kreuzes dar. Wer das nicht mit sich vereinbaren konnte, durfte in die Schweiz zurück und die Mission abbrechen.

Bucher war definitiv nicht so deutschfreundlich, wie es Bircher war, was wiederum zu Spannungen geführt haben soll. Im Artikel der NZZ wird verdeutlicht, dass Bucher oftmals Versuche unternommen hätte, sich bei Vorgesetzten zu beschweren. Auch die Bundesanwaltschaft habe er nach seiner Rückkehr in die Schweiz informiert. In seinen Vorträgen 1942 über die Ostfront wäre es Bricher fast gelungen, ihn aus der Schweizer Armee auszuschließen. Aus diesem Grund waren die Missionsteilnehmer ab diesem Punkt zum Schweigen verpflichtet. Rudolf Bucher wurde Zeuge von Erschießungen russischer Geiseln und von der Massenvernichtung der Juden. Er sah die Zustände in den Konzentrationslagern und beobachtete alle Gräueltaten der deutschen Truppen. Dies alles veröffentlichte er 1967 im ausführlichen Erlebnisbericht „Zwischen Verrat und Menschlichkeit. Erlebnisse eines Schweizer Arztes an der deutsch-russischen Front 1941/42“.

lm