Epsteins Brooklyn-Projekt

Autorius: Gast Autor Šaltinis: https://www.compact-online.de/... 2026-09-23 20:24:00, skaitė 60, komentavo 0

Epsteins Brooklyn-Projekt

Die Welt spricht über Jeffrey Epsteins Missbrauch – aber kaum jemand über sein gefährlichstes Vorhaben: die Schaffung einer Super-KI. In seinem Buch «Das Brooklyn-Projekt» leuchtet unser Autor das Netzwerk im Schatten gründlich aus. Hier mehr erfahren.

_ von Frank Höfer

Wenn heute über Jeffrey Epstein gesprochen wird, geht es fast ausschließlich um Sex, Erpressung, Minderjährige und Machtmissbrauch. Die Schlagzeilen der vergangenen Jahre kreisten um Luxusvillen, schwarze Notizbücher, Fluglisten und prominente Namen. Die Öffentlichkeit kennt Epstein als Sexualstraftäter. Vielleicht als Geheimdienstfigur. Vielleicht als kompromittierenden Netzwerker der Superreichen.

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Joscha Bach bei einer Veranstaltung in Hamburg. Foto: Rama. CC BY-SA 2.0. Wikimedia Commons. Epstein (r.) Grok-Generator

Doch genau dort endet die Diskussion. Was dabei fast vollständig ausgeblendet wird, ist etwas anderes. Etwas, das in den veröffentlichten E-Mails der Epstein-Akten offen sichtbar wird: Ein Netzwerk aus KI-Forschern, Bewusstseinsingenieuren, Transhumanisten und milliardenschweren Technologievisionären, die an einer Idee arbeiteten, deren Tragweite möglicherweise weit größer ist als alles, worüber bislang berichtet wurde. Eine Art Manhattan-Projekt für Künstliche Intelligenz. Ein Projekt, das intern den Namen «Brooklyn Project» trug. Und vielleicht ist genau dort die eigentliche Geschichte verborgen.

Eine übermächtige KI erbauen

Die Öffentlichkeit diskutiert noch immer über Ep­steins kriminelles Sexualleben, aber die technologische Vision seines wissenschaftlichen Netzwerks ist längst Realität geworden. Im Jahr 2026 erleben wir, wie KI-Systeme ganze Gesellschaften strukturieren, Informationsflüsse kontrollieren und beginnen, menschliche Entscheidungsprozesse zu ersetzen.

Und mitten durch diese Entwicklung führt eine direkte ideologische Linie: von Marvin Minsky über Ben Goertzel bis hin zu heutigen transhumanistischen Machtfiguren wie Peter Thiel. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr: Was wusste Epstein? Sondern: Woran wurde dort eigentlich gearbeitet?

Bereits in den 1940er Jahren entstand auf den Macy-Konferenzen jene neue Denkweise, die den Menschen nicht länger als metaphysisches Wesen verstand, sondern als Informationssystem. Norbert Wiener formulierte die Kybernetik. Rückkopplung. Steuerung. Kommunikation zwischen Maschine und Organismus. Später griff Marvin Minsky diese Ideen auf und entwickelte daraus seine berühmte Theorie des Geistes als «Society of Mind». Der Mensch erschien darin nicht mehr als unteilbare Seele, sondern als Zusammenspiel tausender kleiner Prozesse und Agenten. Bewusstsein wurde plötzlich beschreibbar. Zerlegbar. Simulierbar.

Genau dieser Gedanke wurde Jahrzehnte später im Brooklyn Project technisch konkretisiert. In einer der zentralen E-Mails im Juni 2007 schreibt Minsky an Epsteins Assistentin Lesley Groff: «Hal Abelson würde gern dieses Projekt leiten.» Der beiläufig klingende Satz markiert in Wahrheit einen historischen Moment. Denn plötzlich taucht dort ein Projekt auf, das laut den Dokumenten nichts Geringeres plante als den Bau einer allgemeinen Künstlichen Intelligenz. Wenig später heißt es im Projektpapier selbst: «Das Brooklyn Project ist als Sechs-Jahres-Projekt angelegt, um eine groß angelegte Künstliche Intelligenz zu erschaffen.»

Maschinen erschaffen Maschinen

Eine groß angelegte allgemeine Intelligenz. Nicht ein besserer Taschenrechner. Nicht Suchmaschinenoptimierung. Nicht Chatbots. Sondern AGI. Artificial General Intelligence. Eine Maschine, die denken, abstrahieren, lernen und ihre eigenen Denkstrukturen erweitern kann. Und die Autoren formulieren ihre Ambition völlig offen:

«Bei Erfolg, wird dieses Projekt eine neue Generation von Maschinen hervorbringen mit allgemeiner Intelligenz und Verstand.»

Wer diese Zeilen heute, im Jahr 2026, liest, erkennt sofort: Das ist keine Science-Fiction mehr. Die heutigen KI-Systeme sind exakt aus jener Denkrichtung hervorgegangen. Besonders faszinierend ist dabei die Rolle von Ben Goertzel. Goertzel war nie der klassische Silicon-Valley-Manager. Er war der Außenseiter. Der radikale AGI-Theoretiker. Er wollte einen künstlichen Geist erschaffen.

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Ray Kurzweil. Foto: Screenshot Youtube

Sein Projekt OpenCog war der Versuch, Minskys «Society of Mind» technisch umzusetzen. Und genau dieser Mann schreibt später an Epstein einen Satz, der heute wie ein historisches Warnsignal wirkt: «Wir hatten sogar eine offene Diskussion über deine damalige Idee eines Manhatten-Projektes für Künstliche Intelligenz.» Ein KI-Manhattan-Projekt. Damit war der Begriff ausgesprochen. Nicht von Journalisten, nicht von Kritikern, sondern innerhalb des Netzwerks selbst. Goertzel erklärt Epstein offen, dass man bereits viel weiter hätte sein können: «Hättest Du dieses Projekt damals 2001 schon finanziert, wären wir heute viel näher an einer denkenden Maschine auf menschlichen Niveau.» Eine menschenähnlich denkende Maschine.

Man muss sich klarmachen, was hier geschieht: Während die Öffentlichkeit Epstein als dekadenten Sexualstraftäter wahrnimmt, diskutieren seine Wissenschaftskontakte parallel über künstliche Superintelligenz und technologische Transformation des Menschen. Epstein selbst reagiert darauf keineswegs skeptisch. Im Gegenteil. Er fragt kühl: «Nehmen wir ein Brooklyn-Projekt ohne jegliche Schranken an. Wie viel? Wer? Wie lange dauert es?» Besonders brisant wird es dort, wo Goertzel beginnt, die eigentliche Vision auszusprechen.

Es geht um Maschinen, die lernen, sich selbst intelligenter zu machen. In seinen Worten: «der jungen KI etwas Computerprogrammierung und KI-Theorie beizubringen, damit sie ihren eigenen Geist verbessern kann.»
Damit taucht jener Gedanke auf, der heute das Zentrum aller Singularitätsdebatten bildet (siehe Infobox): rekursive Selbstverbesserung. Eine KI verbessert sich selbst. Dann verbessert sie die verbesserte Version. Dann wieder. Exponentielle Intelligenzexplosion. Hier beginnt die Verbindung zur transhumanistischen Ideologie eines Peter Thiel. Denn Thiel denkt nicht bloß wirtschaftlich. Seine Netzwerke beschäftigen sich seit Jahren mit Lebensverlängerung, digitaler Kontrolle, KI-Machtstrukturen und technologischer Elitenbildung. Die Vorstellung, dass Technologie den Menschen nicht nur unterstützt, sondern ersetzt oder übersteigt, zieht sich wie ein roter Faden durch diese Szene. Der Mensch als Übergangsmodell. Die biologische Evolution als unzureichend. Die Maschine als nächste Entwicklungsstufe.

Singularität

Der Computerwissenschaftler und KI-Guru Ray Kurzweil prognostizierte in seinem Buch The Singularity Is Near, dass die Maschinenintelligenz 2045 die Macht auf dem Planeten übernehmen werde (Fachausdruck: Singularität). Aber das Buch wurde schon 2005 veröffentlicht, seither ist die Entwicklungschneller vorangekommen, als er dachte…

Kurzweil träumt davon, die Gehirne der Menschen, vor allem sein eigenes, auf Festplatte herunterzuziehen und in Computern weiterleben zu lassen. «Dem Gehirn, obschon in vielerlei Hinsicht beeindruckend, sind klare Grenzen gesetzt. (…) Ebenso ist auch unser biologischer Körper in seiner derzeitigen Version gebrechlich und fehleranfällig, ganz zu schweigen von den mühsamen Instandhaltungsroutinen, die er erfordert.» (je)

Epsteins KI-Genie, der Deutsche Joscha Bach, formuliert diese Ideen heute philosophisch deutlich eleganter, aber letztlich ähnlich radikal. Für ihn ist Bewusstsein kein metaphysisches Geheimnis, sondern ein modellierbarer Prozess. Der Geist erscheint auch bei Bach als Informationsstruktur – exakt jener Gedanke, der bereits bei Wiener und Minsky angelegt war. Die philosophische Konsequenz daraus ist enorm: Wenn Bewusstsein Struktur ist, dann kann Struktur reproduziert werden. Und wenn Struktur reproduziert werden kann, dann wird der Mensch technisch editierbar.

Den Menschen überwinden

Genau deshalb war das Brooklyn Project die Vorbereitung auf eine neue Definition des Menschen. In den Dokumenten liest man bereits die ganze spätere Entwicklung heraus: virtuelle Welten, KI-Agenten in Körperform, selbstverbessernde Systeme, künstliche Wissenschaftler, Lebensverlängerung und die Idee, dass ein übermenschlicher Geist alle anderen Probleme lösen könne. Goertzel formuliert es selbst: «Sobald man einen Geist erschaffen hat, der dem menschlichen überlegen ist, werden alle möglichen anderen Dinge möglich.»

Diese Sentenz ist vielleicht der wichtigste Satz der gesamten Epstein-Akten. Denn genau das erleben wir heute. Die KI-Revolution des Jahres 2026 ist nicht plötzlich entstanden. Sie fiel nicht vom Himmel. Sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger Netzwerke, ideologischer Vorarbeit und milliardenschwerer Zukunftsvisionen.

Und während die Welt noch immer ausschließlich über Epsteins Verbrechen spricht, bleibt sein vielleicht folgenreichstes Netzwerk nahezu unbeachtet. Das Brooklyn Project war ein Weltbild, das den Menschen nicht mehr als Ziel der Evolution betrachtet, sondern als Rohmaterial der nächsten Entwicklungsstufe.

_ Frank Höfer ist Gründer und Leiter der Videoproduktion «Nuoviso» beziehungsweise «Nuoflix». In seinem aktuellen Buch «Das Brooklyn Projekt» arbeitet er mit unglaublicher Akribie das Netzwerk heraus, mit dem Jeffrey Epstein im Verborgenen an transhumanistischen Projekten arbeitete. Einer von dessen wichtigsten Helfern war der deutsche Forscher Joscha Bach. Höfer behauptet nicht – er belegt! Mit unzähligen E-Mails aus den Epstein-Akten.

Wie Epstein, Wissenschaftler und Transhumanisten die Super-KI planten: In seinem Buch «Das Brooklyn-Projekt» leuchtet unser Autor das Netzwerk im Schatten gründlich aus. Hier bestellen.